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Parodontose oder Parodontitis

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Unterschied von Parodontose und Parodontitis

Parodontitis, auch oft Parodontose genannt, gehört zu den häufigsten Zahn- und Zahnfleischerkrankungen. Sie kann unbehandelt zu ernsthaften Problemen bis hin zum Zahnverlust führen. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige zu den Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten von Parodontitis und wie Sie die Erkrankung durch gezielte Mundhygiene vorbeugen können. Lesen Sie weiter, um Ihre Zahngesundheit zu schützen!

Inhalte:

  1. Was ist Parodontitis?
  2. Unterschied zwischen Parodontose und Parodontitis
  3. Symptome einer Zahnfleischerkrankung (Gingivitis) erkennen
  4. Ursachen und Risikofaktoren von Parodontitis
  5. Verlauf und Stadien der Parodontitis
  6. Behandlungsmöglichkeiten: Von der Zahnreinigung bis zur systematischen Therapie
  7. Risiken und Nachteile der Parodontitisbehandlung
  8. Parodontitis vorbeugen: Tipps für eine sorgfältige Mundhygiene
  9. Zahnverlust durch Parodontitis – Wie lässt sich das verhindern?
  10. Die Rolle der Zahnärztin/ des Zahnarztes: Vorsorge und regelmäßige Untersuchungen
  11. Zusammenfassung

1. Was ist Parodontitis?

Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats. Die Erkrankung beginnt oft schleichend und kann unbehandelt zu schwerwiegenden Schäden führen. Betroffen ist das Gewebe, das den Zahn im Kieferknochen hält. Parodontitis entsteht durch bakterielle Beläge (Plaque), die sich am Zahnfleischrand ansammeln und zunächst zu einer Entzündung des Zahnfleisches führen. Bleibt diese unbehandelt, entwickelt sich aus der anfänglichen Zahnfleischentzündung (Gingivitis) eine Parodontitis. Dabei bilden sich Zahnfleischtaschen, in denen sich die Bakterien weiter vermehren und zunehmend in tiefere Gewebeschichten vordringen.

Grafik zu Parodontitis

Im weiteren Verlauf reagiert der Körper auf diese Bakterien mit einer Entzündungsreaktion. Dabei wird nicht nur versucht, die Keime zu bekämpfen, sondern es kommt gleichzeitig zum Abbau von körpereigenem Gewebe. Dadurch kommt es zunächst zu einem Rückgang des Zahnfleisches, später ist auch das Bindegewebe und der Kieferknochen betroffen. Es entsteht ein fortschreitender Knochenschwund, wodurch die Zähne nach und nach ihren Halt verlieren. Dadurch können sie sich lockern und im fortgeschrittenen Stadium sogar ausfallen.

Die Bundeszahnärztekammer und die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) beschreiben den typischen Verlauf der Parodontitis als schleichend und häufig schmerzfrei, sodass die Erkrankung in frühen Stadien oft unbemerkt bleibt. Erste Anzeichen können Zahnfleischbluten, gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch, Mundgeruch oder zurückgehendes Zahnfleisch sein.

Schätzungen zufolge ist ein großer Teil der erwachsenen Bevölkerung betroffen. Die Deutsche Mundgesundheitsstudie VI zeigt, dass Parodontitis zu den häufigsten chronischen Krankheiten gehört. Sie ist eine der Hauptursachen für Zahnverlust bei Erwachsenen.

2. Unterschied zwischen Parodontose und Parodontitis

Viele verwenden die Begriffe Parodontitis und Parodontose fälschlicherweise synonym, doch es gibt Unterschiede.

  • Parodontitis bezeichnet eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparates.
  • Während Parodontose allgemein für einen entzündungsfreien Rückgang des Zahnhalteapparats verwendet wird.

Wenn heute von „Parodontose“ gesprochen wird, ist in den meisten Fällen tatsächlich eine Parodontitis gemeint.

3. Symptome einer Zahnfleischerkrankung erkennen

Frühe Anzeichen von Parodontitis sind oft unauffällig und bleiben daher lange unbemerkt. Gerade im Anfangsstadium treten oft keine Schmerzen auf.

Typische Symptome sind:

  • Zahnfleischbluten beim Zähneputzen
  • Geschwollenes oder gerötetes Zahnfleisch
  • Dauerhafter Mundgeruch, der trotz Zähneputzen besteht
  • Freiliegende, empfindliche Zahnhälse
  • Rückgang des Zahnfleisches, wodurch die Zähne "länger" wirken

In fortgeschrittenen Stadien kommt es zu stärkeren Zahnfleischentzündungen, Zahnverlust und teilweise Beschwerden beim Kauen. Je früher die Symptome erkannt werden, desto besser lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten.

Zahnfleischerkrankung erkennen

4. Ursachen und Risikofaktoren von Parodontitis

Die Hauptursache für Parodontitis sind bakterielle Beläge (Plaque), die sich am Zahnfleischrand und in den Zahnzwischenräumen ansammeln. Werden diese nicht regelmäßig entfernt, kommt es zu einer Entzündung, die sich auf den gesamten Zahnhalteapparat ausbreiten kann.

Neben den Bakterien gibt es verschiedene Faktoren, die das Risiko für eine Parodontitis deutlich erhöhen oder den Verlauf beschleunigen können.

  • Schlechte Mundhygiene
  • Zahnsteinbildung und Zahnbelag
  • Diabetes mellitus
  • Rauchen und ein geschwächtes Immunsystem

Besonders gefährdet sind Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder einem geschwächten Immunsystem. Auch eine genetische Veranlagung kann Parodontitis begünstigen.

5. Verlauf und Stadien der Parodontitis

In diesem frühen Stadium ist die Entzündung noch relativ oberflächlich. Es kommt zu ersten Anzeichen wie Zahnfleischbluten, Rötung und Schwellung. Bereits hier beginnt ein leichter Abbau des Zahnhalteapparats, der für Patient:innen meist noch nicht spürbar ist. Die Erkrankung lässt sich in dieser Phase besonders gut behandeln.

Stadium II: Moderate Parodontitis

Die Entzündung greift auf tiefere Gewebestrukturen über. Es bilden sich Zahnfleischtaschen, in denen sich Bakterien ansammeln. Das Zahnfleisch kann sich sichtbar zurückziehen, und erste Anteile des Kieferknochens gehen verloren. Beläge und Zahnstein lagern sich zunehmend auch unter dem Zahnfleisch ab und sind mit der normalen Mundhygiene nicht mehr erreichbar.

Stadium III: Schwere Parodontitis

Der Zahnhalteapparat ist deutlich geschädigt. Es kommt zu einem ausgeprägten Knochenabbau, und die Zähne verlieren zunehmend an Stabilität. Zahnlockerungen treten auf, und auch funktionelle Probleme, etwa beim Kauen, sind möglich. In diesem Stadium ist die Behandlung deutlich aufwendiger.

Stadium IV: Sehr schwere Parodontitis

Im fortgeschrittenen Endstadium ist der Zahnhalteapparat massiv zerstört. Mehrere Zähne können stark gelockert sein oder bereits fehlen. Neben dem Zahnverlust kann auch die Kaufunktion erheblich eingeschränkt sein. Häufig sind komplexe Behandlungen notwendig, um Funktion und Ästhetik wiederherzustellen.

Ohne zahnärztliche Behandlung schreitet die Erkrankung weiter fort und kann letztlich zum Verlust mehrerer Zähne führen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DG Paro) ist eine frühzeitige Diagnose der Parodontitis wichtig. So kann man den Verlauf stoppen oder deutlich verlangsamen.

6. Behandlungsmöglichkeiten: Von der Zahnreinigung bis zur systematischen Therapie

Die Behandlung einer Parodontitis besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Schritten. Ziel ist es, die Entzündung zu stoppen, Bakterien zu reduzieren und den Zahnhalteapparat langfristig zu stabilisieren. Zu Beginn steht eine gründliche professionelle Zahnreinigung. Der Zahnarzt entfernt Zahnbeläge und Zahnstein. So wird die Bakterienbelastung deutlich und gute Bedingungen für die weitere Behandlung geschaffen. In der systematischen Behandlung von Parodontitis folgen Maßnahmen wie:

  • Intensive Reinigung der Zahnfleischtaschen: Entfernung der bakteriellen Beläge und Ablagerungen auch unterhalb des Zahnfleisches, also in Bereichen, die mit der häuslichen Mundhygiene nicht erreichbar sind.
  • Antibiotika-Therapie bei schweren Entzündungen: Unterstützt bei der Reduzierung der bakteriellen Belastung.
  • Chirurgische Maßnahmen in schweren Fällen, um tief liegende Entzündungsbereiche zu behandeln oder den Knochen gezielt zu regenerieren.
Behandlung von Paradontitis

7. Risiken und Nachteile der Parodontitisbehandlung

Jede Behandlung birgt Risiken. Bei der Parodontitisbehandlung können folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Vorübergehende Empfindlichkeit der Zahnhälse
  • In seltenen Fällen Komplikationen wie Infektionen

Diese Risiken sind gering im Vergleich zur Nichtbehandlung. Eine sorgfältige Behandlung von Parodontitis ist entscheidend, um Zahnverlust zu verhindern.

8. Parodontitis vorbeugen: Tipps für eine sorgfältige Mundhygiene

Wie jede medizinische Behandlung ist auch die Therapie der Parodontitis mit möglichen Nebenwirkungen verbunden. In der Regel sind diese jedoch gut kontrollierbar und vorübergehend:

  • Vorübergehende Empfindlichkeit der Zahnhälse: Nach der Behandlung kann es zu einer erhöhten Empfindlichkeit der Zähne kommen, insbesondere an freiliegenden Zahnhälsen. Diese Beschwerden klingen meist innerhalb kurzer Zeit wieder ab.
  • In seltenen Fällen Komplikationen wie Infektionen: In seltenen Fällen können leichte Reizungen des Zahnfleisches oder vorübergehende Beschwerden auftreten. Komplikationen wie Infektionen sind möglich, treten jedoch bei fachgerechter Durchführung nur sehr selten auf.

Wichtig ist: Das Risiko der Behandlung ist deutlich geringer als die Folgen einer unbehandelten Parodontitis. Ohne Therapie schreitet die Erkrankung fort und führt langfristig häufig zu Zahnverlust. Eine strukturierte und sorgfältig durchgeführte Parodontitisbehandlung ist daher der entscheidende Schritt, um die Mundgesundheit langfristig zu erhalten.

Parodontitis Erkennung rnd Praevention

9. Zahnverlust durch Parodontitis – Wie lässt sich das verhindern?

Unbehandelte Parodontitis führt zu Zahnverlust. Wenn der Zahnhalteapparat zerstört ist, kann der Zahn nicht mehr gerettet werden. Eine frühzeitige Diagnose und die Parodontitis-Therapie helfen, den Zahnhalteapparat zu stabilisieren.

> Paradontitis Erkennung und Prävention

10. Die Rolle der Zahnärztin/ des Zahnarztes: Vorsorge und regelmäßige Untersuchungen

Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) empfiehlt regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen. Dabei wird regelmäßig die Tiefe der Zahnfleischtaschen gemessen und das Risiko frühzeitig zu erkennen.

Eine enge Zusammenarbeit mit der Zahnärztin/ dem Zahnarzt sichert langfristig gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch.

Vereinbaren Sie jetzt einen Termin oder erfahren Sie mehr über die Behandlung der Parodontologie bei unserem Zahnarzt in Freiburg.

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11. Wichtige Punkte zusammengefasst

  • Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats, die unbehandelt zu Zahnverlust führen kann.
  • Frühe Symptome einer Zahnfleischentzündung wie Zahnfleischbluten, geschwollenes Zahnfleisch und Zahnbelag erkennen und ernst nehmen.
  • Regelmäßige Zahnpflege und professionelle Zahnreinigungen sind der Schlüssel zur Vorbeugung.
  • Die systematische Behandlung von Parodontitis erfolgt durch die gründliche Reinigung der Zahnfleischtaschen und zahnärztliche Betreuung.
  • Vorsorgeuntersuchungen in der Zahnarztpraxis helfen, Parodontitis früh zu erkennen und zu behandeln.

Haben Sie noch Fragen zu Parodontitis? Sprechen Sie mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt, um Ihre Zahngesundheit zu schützen.

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